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Wappen Vercken

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An der Ecke Marktplatz/Hufengasse befindet sich das Kloster der Franziskanerinnen von der Heiligen Familie (OSF). Es ist in einem dreigeschossigen Ziegelbau mit fünf Achsen untergebracht. Im Ziergiebel erblickt man folgendes Wappen:

  • Geteilt, oben in Gold drei grüne Frösche, unten gespalten: 1 in Gold ein aus der Teilung hervorkommender, schwarzer Eber; 2 ledig grün; ein blauer Balken die erste Teilung überdeckend, belegt mit einer goldenen Krone, die von zwei silbernen Sternen unter ebensolchen Sparren begleitet wird.
Wappen Vercken
Wappen Vercken

Die Familie Vercken ist schon seit der Mitte des 16. Jahrhunderts in Eupen und Umgegend aktenkundig. So bekleidete Jakob Vercken 1555 das Schöffenamt der limburgischen Hochbank Baelen, wozu auch Eupen gehörte. Er war ebenfalls Herr des Lehnshofes Vreuschemen, der zwischen den Dörfern Membach und Baelen gelegen ist. Diese Herrschaft wird in 1314 zum ersten Male schriftlich erwähnt. Sie unterstand unmittelbar dem Herzog von Brabant und Limburg und nicht der Bank Baelen. Von den Schyrgen kam sie Mitte des 16. Jahrhunderts an die Schuyl, dann 1583 an die Vercken, die sie knapp vierhundert Jahre behielten und baulich stark veränderten.

Verschiedene Familienmitglieder haben sich im Laufe der Zeit im öffentlichen Leben hervorgetan, so Johann Simon (1734-1785), Gerhard (1741-1797) und Nikolaus (1758-1818) als Bürgermeister von Eupen. Geschäftlich betätigten sich die Vercken als Kaufleute und Tuchfabrikanten. Im 18. Jahrhundert war das Geschlecht auch Mitbesitzer und Herr von Stockem. Ihre Ehegatten und -gattinen fanden sie im gleichen gesellschaftlichen Umfeld: sie heirateten Töchter Mostert, Görtz, von la Saulx; sowie einen Sohn von Grand Ry.

Der Kaufmann Leonard Vercken, geboren 1705, war Schöffe und Meier der Herrlichkeit Eupen. Er ehelichte Catharina Sophie Raaff und wurde im Alter von 33 Jahren Bürgermeister. Er betrieb das größte Unternehmen der Stadt mit 282 Arbeitern und 66 Scherern. Sein Wohlstand war so groß, dass er den bekannten Architekten Johann Joseph Couven 1752 sein fünfachsiges Wohnhaus errichten ließ. Die Fenstergitter bergen denn auch die Initialen des Bauherren, der 1767 verstarb.

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Cornelius Vercken (geb. 1730), der ehemalige Pater Thomas von Eupen OFMCap aus dem aufgehobenen Kapuzinerkloster in Eupen, ging 1807 als Übersetzer des Gleichnisses vom verlorenen Sohn in Eupener Dialekt für das Ministerium in Paris in die Geschichte ein. Er war der Sohn der Eheleute Vercken-Raaff.

Im Jahre 1856 wurde das Anwesen Vercken an die Franziskanerinnen verkauft. Es steht seit 1950 unter Denkmalschutz.

Das auf dem Giebel zu sehende Wappen wurde allerwege in der Familie Vercken geführt. Die drei Frösche im oberen Feld sind heraldisch redend und stehen für die Herrschaft Vreuschemen (von Vröüsch, dialektal für „Frosch“). Tatsächlich ist Schloss Vreuschemen von Weihern umgeben, in denen sich diese Amphibien wohl tummeln mögen. Der sinngemäß aus dem grünen Walde hervor preschende Eber in der unteren Wappenhälfte ist ebenfalls redend für den Familiennamen (dialektal Väreke für „Schwein“). So führte eine andere Familie Vercken aus dem geldrischen Roermond aus dem gleichen Grunde als Wappen einen goldenen Schild mit einem springenden schwarzen Eber. Dieses Verckener Familienwappen scheint deutlich angenommen und nicht verliehen worden zu sein.

Der Hauptzweig der Familie Vercken ist 1960 mit Jules Vercken in Vreuschemen (geb. 1886) im Mannesstamme ausgestorben. Von der jüngeren Linie erreichte Léon (1828-1892), Sekretär der Handelskammer von Antwerpen, nach hartem Drängen 1858 eine Adelsverleihung von Seiner Majestät König Leopold I. Da er nicht ausreichend herausragende Glanzleistungen seiner Familie für Land und Krone vorweisen konnte, die eine Adelung rechtfertigen mochten, berief er sich auf das hohe Alter seines Geschlechts. Hierzu verknüpfte er seinen Stammbaum mit dem der Vercken aus dem Herzogtum Jülich, der seinerseits im 12. Jahrhundert wurzelt. Obwohl eine solche Verwandtschaft in Wirklichkeit nie bewiesen werden konnte, wurde Léon Vercken neben dem Namenszusatz „von Vreuschemen“ 1857 das Wappen der Jülicher Vercken zugestanden (in Schwarz ein silberner Balken, begleitet von drei silbernen Löwen), das die hiesigen Vercken in der Vergangenheit auch schon mal in ihren Wappenschild aufgenommen hatten. Der Wahlspruch lautet „verecundus“, lateinisch redend für scheu, schüchtern, rücksichtsvoll, zurückhaltend, bescheiden. Seine Nachkommen, die wie er den untitulierten Adelsstand (Junker) genossen, sind heute alle Staatsbürger der französischen Republik.

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