St. Nikolauskirche - Das vierte Kirchenfenster

Wappen The Losen-Hüffer

Kirchenfenster The Losen-HüfferKirchenbank The Losen
Kirchenfenster The Losen-Hüffer
Kirchenfenster The Losen-Hüffer

Das vierte Fenster im rechten (südlichen) Kirchenschiff bildet den heiligen Bischof Augustinus mit Krummstab, Buch und Mitra ab. Ein Spruchband berichtet: „zerstört bei Gasexplosion 1899 neugefertigt durch Dr Oidtmann Linnich 1900.“ Darunter sind die Stifterwappen in der Form von zwei einander zugewendeten und behelmten Tartschen15 zu ersehen. Die linke zeigt in Silber zwei ins Andreaskreuz gelegte Krampen,16 in der Herzstelle durch eine Querleiste überdeckt, alles schwarz; Helmzier: ein silberner Flug (The Losen); die rechte (in Blau) auf goldenem Dreiberg sitzend eine silberne Taube, einen goldenen Zweig im Schnabel haltend (Hüffer).17

Der Eupener Zweig dieser Familie geht auf Nikolaus Leopold The Losen zurück, der 1772 als Lehrling aus Anholt (heutige Bundesrepublik Deutschland) nach Eupen gezogen war.

Zur damaligen Zeit war Anholt an der Issel, dicht an der Grenze zu den Vereinigten Provinzen der Niederlande gelegen, noch stets eine reichsunmittelbare Herrschaft, eingekeilt zwischen dem Bistum Münster und dem Herzogtum Kleve. Die Burg und ihr Umland sind seit mindestens dem 12. Jahrhundert aktenkundig. Die Geschlechter von Gemen und von Bronckhorst haben dort eine bedeutende Rolle gespielt.

Kirchenbank The Losen
Kirchenbank The Losen

Der Stammbaum der The Losen lässt sich bis um das Jahr 1500 zurückverfolgen, geht jedoch höchstwahrscheinlich auf einen Arnold toe Loehusen („zum Waldhause“), der um das Jahr 1236 zitiert wurde, zurück. Nikolaus Leopold wurde am 25. April 1747 in Anholt als Sohn des Johann Jakob The Losen und seiner Gattin Johanna Sybilla Preys geboren.

Noch vor 1780 gründete er in Eupen mit dem Protestanten Jakob Breuls in der Gospert (heute Nr. 40-42) einen Tuchbetrieb, der insbesondere die im Orient sehr gefragten Serails (eine Tuchsorte) herstellte. Der Absatz scheint bedeutend gewesen zu sein. Die Tuchfabrik im ehemaligen Anwesen Beck- Klebanck beschäftigte bis zu 48 Scherer.

The Losen wurde schon im Jahre 1778 zum Armenmomber18 und 1786 gar zum Bürgermeister seiner Wahlheimat bestellt. Er gehörte zu den Unterzeichnern der wichtigsten Errungenschaft der Eupener Arbeiter im 18. Jahrhundert, nämlich der Hilfskasse für kranke und alte Scherer und Rauher. Er ehelichte Maria Josepha Schmitz († 1815) und verstarb 1810 auf der seit 1268 bekannten Leipziger Messe.

Gegen Ende der französischen Periode gehörte Nikolaus The Losen, ein Sohn des Fabrikanten, als Offizier zur zweiten Kompanie der Bürgermiliz.

Ein Enkel, der Geheime Kommerzienrat Julius The Losen (1812-1882), schenkte 1866 mitsamt seiner Gattin Augusta Hüffer (1813-1881) das armorierte Fenster im rechten Seitenschiff der Sankt Nikolauskirche, wie es die Inschrift ausweist, sowie 1873 einen Erweiterungsbau des Waisenhauses am Rotenberg. In der dortigen Kapelle, die 1973 abgerissen wurde, befand sich ebenfalls eine Abbildung der Stifterwappen.

Nachkommen dieser Sippe sind nach Österreich und den Vereinigten Staaten von Amerika verzogen.

15 Eine Schildform mit Einkerbung

16 Ein Gerät zum Krempeln von Fasern in der Spinnerei

17 Frei nach MÜLLENDER, F. M. J.: „Siegel, Serails, Segler. Von zwei Plomben des 18. Jh.“, in: „Geschichtliches Eupen“, Band XXXVIII., Eupen 2004. S. 145 ff.

18 Vertreter, Bevollmächtigter, Sachwalter; Person, der die Fürsorge für Personen oder Sachwerte anvertraut ist, Vormund

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